Selbst gemachter Seitan als Laib auf einem Holzbrett, teilweise in Scheiben geschnitten, daneben Thymian und Brühe

Seitan selber machen: fest, saftig und ohne Schwamm-Textur

Selbst gemachter Seitan ist für mich die günstigste Art, ein festes, herzhaftes Stück Protein auf den Teller zu bringen, das sich in Scheiben schneiden und knusprig anbraten lässt. Mein erster Versuch sah allerdings aus wie ein Schwamm: große Luftlöcher in der Mitte, ein gummiartiger Biss und innen kaum Geschmack.

Nach vier Testrunden ist meine wichtigste Erkenntnis: Seitan darf nicht sprudelnd kochen. In der ersten Runde kochte die Brühe kräftig bei etwa 100 °C, und der Laib bekam große, unregelmäßige Löcher. Die finale Version köchelt 55 Minuten bei 88 bis 92 °C, nur mit kleinen Bläschen am Rand, und kühlt danach 30 Minuten in der Brühe ab. Das Ergebnis ist ein kompakter, leicht faseriger Laib ohne schwammige Stellen. Ehrlich gesagt: Zwischen der ersten und der letzten Runde habe ich mehrere Dinge gleichzeitig geändert, die Temperatur war also nicht die einzige Änderung. Sauber gegeneinander getestet habe ich nur Köcheln gegen Dämpfen.

Seitan besteht fast vollständig aus Weizengluten. Bei Zöliakie oder einer Glutenunverträglichkeit ist dieses Rezept nicht geeignet. Wie Seitan im Vergleich zu Tofu, Tempeh, Hülsenfrüchten und Nüssen abschneidet, findest du in meiner Übersicht der pflanzlichen Eiweißquellen.

Nach diesem Rezept bekommst du einen Seitan-Laib, der sich sauber schneiden lässt, in der Pfanne goldbraun wird und innen saftig bleibt.

Angebratene Seitan-Scheiben in einer Bowl mit Quinoa, Gurke und gerösteter Paprika

Was ich beim Testen gelernt habe

Ich habe dieses Rezept zwischen dem 14. September und dem 8. Oktober 2026 in vier Runden gekocht, immer mit 200 g Seitan Fix (Weizengluten) von Vantastic Foods. Gekocht wurde auf einem Induktionsfeld in einem 5-Liter-Topf aus Edelstahl, die Temperatur der Brühe habe ich mit einem Küchenthermometer gemessen. Geknetet habe ich immer von Hand.

Runde 1 war zu lange geknetet (8 Minuten, ohne Ruhezeit), mit Wasser statt Brühe angerührt und in sprudelnd kochender Brühe gegart. Der Teig war so straff, dass er sich kaum formen ließ, und der fertige Laib hatte große Luftlöcher. In Runde 2 habe ich Kichererbsenmehl ergänzt, Gemüsebrühe statt Wasser verwendet, kürzer geknetet, den Teig ruhen lassen und die Brühe auf 94 bis 96 °C gehalten. Er wurde deutlich kompakter, war aber noch etwas gummiartig. Runde 3 brachte eine weitere Absenkung auf 88 bis 92 °C, nur noch 3 Minuten Kneten und 15 Minuten Ruhe, und den einzigen direkten Vergleich: Köcheln gegen Dämpfen.

Was ich nach dem Testen geändert habe: Kneten von 8 auf 3 Minuten, Ruhezeit von 0 auf 15 Minuten, Brühe von etwa 100 °C auf 88 bis 92 °C, Garzeit von 35 auf 55 Minuten, Abkühlen in der Brühe von 0 auf 30 Minuten, 30 g Kichererbsenmehl neu, Hefeflocken von 10 auf 15 g, Gemüsebrühe statt Wasser im Teig und 5 ml Apfelessig neu. Der Grund: Die erste Version war schwammig, gummiartig und innen fade.

Alle Runden auf einen Blick

Runde 1Runde 2Runde 3Runde 4 (final)
Datum14. September22. September26. September8. Oktober
Kichererbsenmehl0 g30 g30 g30 g
Hefeflocken10 g15 g15 g15 g
Flüssigkeit im Teig250 ml (Wasser, Sojasauce)250 ml (Brühe, Sojasauce)245 ml (plus Apfelessig)245 ml
Kneten / Ruhen8 Min. / keine5 Min. / 10 Min.3 Min. / 15 Min.3 Min. / 15 Min.
Brüheca. 100 °C, sprudelnd94 bis 96 °C88 bis 92 °C88 bis 92 °C
Garzeit35 Min.50 Min.45 Min. köcheln / 50 Min. dämpfen55 Min.
Abkühlen in der Brühekeins15 Min.30 Min.30 Min.
ErgebnisSchwammig, gummiartig, fadeKompakter, noch etwas gummiartigKöcheln gewinntFest, schnittfest, keine großen Löcher

So hat sich dieses Rezept entwickelt

Tippe auf eine Runde und sieh, was sich von Test zu Test geändert hat.

Runde 1 (14. September 2026): schwammig und gummiartig

8 Min. geknetet, keine Ruhezeit, Wasser statt Brühe im Teig, kein Kichererbsenmehl.

Brühe kochte sprudelnd bei ca. 100 °C, 35 Min.

Große Luftlöcher, gummiartiger Biss, innen fade. 503 g Teig, 510 g gegart.

Runde 2 (22. September 2026): kompakter, noch etwas gummiartig

30 g Kichererbsenmehl, Gemüsebrühe im Teig, 5 Min. Kneten, 10 Min. Ruhe.

Brühe bei 94 bis 96 °C, 50 Min., danach 15 Min. in der Brühe abgekühlt.

Weniger große Löcher, herzhafter. Mehrere Änderungen auf einmal.

Runde 3 (26. September 2026): Köcheln gegen Dämpfen

3 Min. Kneten, 15 Min. Ruhe, Brühe bei 88 bis 92 °C, 30 Min. Abkühlen.

Gleicher Teig geteilt: gekocht 295 g, gedämpft 276 g aus je 265,5 g.

Gekocht war saftiger und würziger, gedämpft fester und trockener.

Runde 4 (8. Oktober 2026): das finale Rezept

Ein Laib von 18 × 7 × 5 cm, 55 Min. bei 88 bis 92 °C, 30 Min. in der Brühe abgekühlt.

Ergebnis: 531 g Teig, 590 g gegart, kompakt und leicht faserig, ca. 20 Scheiben.

Der direkte Vergleich: Köcheln gegen Dämpfen

In Runde 3 habe ich einen Teig (531 g) in zwei gleiche Hälften von je 265,5 g geteilt. Nur die Garmethode war unterschiedlich.

A: sanft köchelnB: dämpfen
Garzeit45 Minuten in gewürzter Brühe bei 88 bis 92 °C50 Minuten im Dämpfeinsatz
Gewicht danach295 g (plus 11,1 %)276 g (plus 4,0 %)
AussehenKompakt, leicht feucht, außen etwas Farbe von der BrüheGleichmäßiger, heller, etwas dichter
BissZart und bissfest, bis innen gewürztFester und zäher, weniger Würze, etwas trockener
Meine WahlKöchelnGute Alternative, wenn du ihn fester magst

Das Rezept in Zahlen

RundeRohteigGegartVeränderung
1 (sprudelnd, 35 Min.)503 g510 gplus 1,4 %
2 (94 bis 96 °C, 50 Min.)536 g565 gplus 5,4 %
4 final (88 bis 92 °C, 55 Min.)531 g590 gplus 11,1 %
  • Verhältnis Gluten zu Flüssigkeit: 200 g zu 245 ml, also 1 : 1,225 (Tomatenmark und Öl nicht mitgezählt)
  • Laib: ca. 18 × 7 × 5 cm
  • Ausbeute: ca. 590 g, ca. 20 Scheiben oder 4 Portionen zu je ca. 145 bis 150 g
  • Gewogen habe ich jeweils nach dem Abkühlen in der Brühe und 5 Minuten Abtropfen.

Zutaten

Für den Teig (1 Laib)

  • 200 g Weizengluten (ich habe Seitan Fix verwendet)
  • 30 g Kichererbsenmehl
  • 15 g Hefeflocken
  • 4 g Knoblauchpulver
  • 4 g Zwiebelpulver
  • 3 g geräuchertes Paprikapulver
  • 1 g schwarzer Pfeffer, gemahlen
  • 4 g feines Salz
  • 1 g getrockneter Thymian
  • 220 ml Gemüsebrühe
  • 20 ml helle Sojasauce
  • 5 ml Apfelessig
  • 15 g Tomatenmark
  • 10 ml Olivenöl

Für die Kochbrühe

  • 3 l Wasser
  • 30 g Gemüsebrühpulver
  • 40 ml helle Sojasauce
  • 100 g Zwiebel, halbiert
  • 10 g Knoblauch, leicht angedrückt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 g schwarze Pfefferkörner
  • 1 g getrockneter Thymian
Zutaten für Seitan in Schalen: Weizengluten, Kichererbsenmehl, Hefeflocken, Paprika, Sojasauce, Tomatenmark, Öl

Einkaufsliste

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  • 200 g Weizengluten (Seitan Fix)
  • 30 g Kichererbsenmehl
  • 15 g Hefeflocken
  • 4 g Knoblauchpulver
  • 4 g Zwiebelpulver
  • 3 g geräuchertes Paprikapulver
  • Schwarzer Pfeffer (gemahlen und ganze Körner)
  • Salz
  • 2 g getrockneter Thymian
  • 220 ml Gemüsebrühe und 30 g Gemüsebrühpulver
  • 60 ml helle Sojasauce
  • 5 ml Apfelessig
  • 15 g Tomatenmark
  • 10 ml Olivenöl
  • 100 g Zwiebel
  • 10 g Knoblauch
  • 1 Lorbeerblatt
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Bevor du anfängst: Darauf solltest du achten

Ein Küchenthermometer ist bei diesem Rezept das wichtigste Werkzeug. Mit bloßem Auge siehst du den Unterschied zwischen 92 °C und einem kräftigen Kochen zwar an den Blasen, aber auf Induktion schwankt die Temperatur schnell. Suche die Stufe, bei der nur am Rand kleine Bläschen aufsteigen, und kontrolliere zwischendurch.

Der Teig verhält sich je nach Glutenprodukt etwas anders. Die 3 Minuten Kneten haben mit meinem Produkt funktioniert. Richte dich deshalb mehr nach dem Gefühl als nach der Uhr: Kein trockenes Mehl mehr in der Schüssel, der Teig ist eine zusammenhängende Masse, elastisch, aber nicht nass oder sehr gummiartig.

PROTEIN-TIPP: Wie viel Protein dein Seitan hat, hängt vom Glutenpulver ab. Nimm den Wert von deiner Packung als Grundlage und rechne pro Portion grob nach. Laut der International Society of Sports Nutrition ist es sinnvoll, die Proteinzufuhr über die Mahlzeiten des Tages zu verteilen. Warum es sich lohnt, Getreide und Hülsenfrüchte zu kombinieren, erkläre ich in meinem Beitrag über vollständiges Protein aus pflanzlichen Quellen.

Woran du jeden Schritt erkennst

SchrittWoran du erkennst, dass er fertig ist
KnetenKein trockenes Mehl mehr, eine zusammenhängende Masse, leicht klebrig, aber nicht nass
RuhenDer Teig lässt sich leichter formen und gibt beim sanften Ziehen weniger Widerstand
Brühe88 bis 92 °C, nur kleine Bläschen am Rand, kein sprudelndes Kochen
GarenDer Laib fühlt sich unter leichtem Druck mit einem Löffel fest und federnd an, nicht hohl oder sehr weich
AbkühlenNach 30 Minuten in der Brühe ist der Laib fester und lässt sich leichter schneiden
SchnittflächeKompakt und leicht faserig, keine großen, schwammartigen Löcher

Wann soll dein Seitan fertig sein?

Wähle die Spalte mit der Uhrzeit, zu der der Laib abgetropft bereitliegen soll, und sieh, wann du mit jedem Schritt beginnst.

SchrittFertig um 12:00Fertig um 17:00Fertig um 18:00
Brühe aufsetzen, trockene und flüssige Zutaten mischen, 3 Min. kneten10:1215:1216:12
Teig 15 Min. unter einer Schüssel ruhen lassen, Brühe auf 88 bis 92 °C herunterregeln10:1515:1516:15
Laib formen und 55 Min. sanft köcheln, Deckel halb auf10:3015:3016:30
Laib einmal wenden, Temperatur prüfen11:0016:0017:00
Herd aus, Seitan 30 Min. in der Brühe abkühlen lassen11:2516:2517:25
Herausheben und 5 Min. auf einem Gitter abtropfen lassen11:5516:5517:55

Zubereitung

  1. Brühe ansetzen: Alle Zutaten für die Kochbrühe in einen großen Topf (bei mir 5 Liter) geben und aufkochen. Danach die Hitze herunterschalten, bis die Brühe bei 88 bis 92 °C nur noch sanft simmert.
  2. Trockene Zutaten mischen: Weizengluten, Kichererbsenmehl, Hefeflocken, Knoblauch- und Zwiebelpulver, Paprika, Pfeffer, Salz und Thymian in einer Schüssel vermischen.
  3. Flüssige Zutaten zugeben: Gemüsebrühe, Sojasauce, Apfelessig, Tomatenmark und Olivenöl verrühren und nach und nach zu den trockenen Zutaten geben. Mit einem Löffel vermengen, bis kein trockenes Mehl mehr übrig ist.
Hände kneten einen rötlichen Seitan-Teig in einer großen Schüssel, bis kein trockenes Mehl mehr übrig ist
  1. Kurz kneten: Den Teig etwa 3 Minuten von Hand kneten, bis er eine zusammenhängende, elastische Masse ist. Nicht länger. In meiner ersten Runde hat 8 Minuten Kneten den Teig so straff gemacht, dass er sich kaum formen ließ.
  2. Ruhen lassen: Den Teig 15 Minuten unter einer umgedrehten Schüssel ruhen lassen, nicht im Kühlschrank.
  3. Formen: Den Teig vorsichtig drücken und falten und zu einem Laib von etwa 18 × 7 × 5 cm formen. Die Oberfläche glatt streichen. Ich habe ihn nicht eingewickelt.
  4. Sanft köcheln: Den Laib in die simmernde Brühe legen, sodass er komplett bedeckt ist. Den Deckel halb auflegen und 55 Minuten bei 88 bis 92 °C köcheln lassen. Nach etwa 30 Minuten einmal wenden. Wenn die Brühe zu sprudeln beginnt, sofort die Hitze reduzieren.
Seitan-Laib köchelt sanft in Gemüsebrühe mit Zwiebel und Lorbeer, ein Thermometer steckt am Topfrand
  1. In der Brühe abkühlen lassen: Den Herd ausschalten und den Seitan 30 Minuten in der Brühe liegen lassen. Dabei wird er fester und nimmt weiter Geschmack auf.
Zwei aufgeschnittene Seitan-Laibe: links schwammig mit großen Luftlöchern, rechts kompakt und leicht faserig
  1. Abtropfen: Den Laib mit einer Schaumkelle herausheben und 5 Minuten auf einem Gitter abtropfen lassen. Die Brühe kannst du abseihen und als Basis für eine Sauce verwenden.
  2. Vor dem Schneiden kühlen: Am saubersten schneidest du den Seitan, wenn er vollständig abgekühlt ist. Danach in Scheiben von 8 bis 10 mm schneiden.
Nahaufnahme frisch geschnittener Seitan-Scheiben mit kompakter, leicht faseriger Schnittfläche
  1. Anbraten: Die Scheiben mit Küchenpapier trocken tupfen. In einer Edelstahlpfanne (28 cm) bei mittelhoher Hitze (bei mir Stufe 7 von 9) 5 ml neutrales Öl für etwa 200 g Seitan erhitzen, bis es schimmert. Die Scheiben einlagig hineinlegen, 2 Minuten braten, wenden und weitere 1½ bis 2 Minuten braten. Gekühlter Seitan wurde in meinem Test besser braun als frisch gegarter, und nasse Scheiben bräunten langsamer.

Getestete Varianten und Austausche

AustauschGetestet?Ergebnis
Dämpfen statt KöchelnJa, direkt verglichenFester und zäher, weniger Würze. Gute Alternative, wenn du die Würze lieber separat steuerst
Ohne KichererbsenmehlJa (Runde 1)Gummiartiger. In derselben Runde haben sich aber auch andere Dinge geändert
Wasser statt Gemüsebrühe im TeigJa (Runde 1)Milder im Geschmack, ebenfalls nicht isoliert getestet
10 g statt 15 g HefeflockenJa (Runde 1)Weniger herzhaft, ebenfalls nicht isoliert
Tofu im TeigNicht getestet
Linsenmehl statt KichererbsenmehlNicht getestet
Miso im TeigNicht getestet
FlüssigrauchNicht getestet
Im Ofen backenNicht getestet
SchnellkochtopfNicht getestet
In Folie oder Tuch gewickeltNicht getestet
Andere GlutenmarkeNicht direkt verglichen

Warum dieses Rezept schiefgehen kann (und wie du es rettest)

Meine erste Runde hatte alle typischen Probleme auf einmal. Welche Änderung genau welches Problem gelöst hat, lässt sich aus meinen Tests nicht sicher sagen, weil ich zwischen Runde 1 und 2 vieles gleichzeitig geändert habe. Diese Kombination hat aber zuverlässig funktioniert.

Häufige Probleme

  • Schwammig mit großen Löchern: In Runde 1 kochte die Brühe sprudelnd bei etwa 100 °C. Halte sie bei 88 bis 92 °C, sodass nur am Rand kleine Bläschen aufsteigen.
  • Gummiartiger Biss: 8 Minuten Kneten ohne Ruhezeit machten den Teig sehr straff. Knete nur, bis der Teig zusammenhält (bei mir 3 Minuten), und lass ihn 15 Minuten ruhen.
  • Innen fade: Wasser im Teig, weniger Hefeflocken und eine kurze Garzeit. Nimm Gemüsebrühe für den Teig, eine gut gewürzte Kochbrühe und lass den Seitan darin abkühlen.
  • Schwer zu schneiden: Warm ist der Seitan noch weicher. Beim Abkühlen wurde er in meinen Tests fester und ließ sich leichter schneiden.
  • Wird in der Pfanne nicht braun: Die Scheiben waren zu nass. Tupfe sie trocken und brate gekühlten Seitan in heißem Öl.

Was ist schiefgelaufen?

Tippe auf dein Problem und sieh Ursache und Lösung.

Schwammig mit großen Löchern

Ursache: In Runde 1 kochte die Brühe sprudelnd bei ca. 100 °C.

Lösung: Brühe bei 88 bis 92 °C halten, nur kleine Bläschen am Rand. Mit einem Thermometer prüfen.

Gummiartiger Biss

Ursache: 8 Min. Kneten ohne Ruhezeit machten den Teig sehr straff.

Lösung: Nur kneten, bis der Teig zusammenhält (bei mir 3 Min.), dann 15 Min. ruhen lassen.

Innen fade

Ursache: Wasser im Teig, weniger Hefeflocken und eine kurze Garzeit.

Lösung: Gemüsebrühe in den Teig, gut gewürzte Kochbrühe und 30 Min. in der Brühe abkühlen lassen.

Schwer zu schneiden

Ursache: Warm ist der Seitan noch weicher.

Lösung: Komplett abkühlen lassen, am besten gekühlt schneiden.

Wird in der Pfanne nicht braun

Ursache: Die Scheiben waren zu nass.

Lösung: Trocken tupfen und gekühlte Scheiben in heißem Öl 2 Min. pro Seite braten.

Serviervorschläge

Angebratene Seitanscheiben esse ich am liebsten in einer Bowl mit Getreide und Ofengemüse, zum Beispiel als Topping für meine Quinoa-Bowl mit geröstetem Gemüse oder zu einer veganen Bulgur-Pfanne. In dünnen Streifen scharf angebraten passt er auch gut ins Fladenbrot mit dem Tzatziki aus meinem Tofu-Gyros. Eine gut geplante pflanzliche Ernährung kann laut der Academy of Nutrition and Dietetics alle Nährstoffe liefern, und selbst gemachter Seitan ist dafür eine praktische Ergänzung zu Hülsenfrüchten und Tofu.

Aufbewahren, Einfrieren und Aufwärmen

Bewahre den Seitan in einem sauberen, luftdichten Behälter mit so viel Kochbrühe auf, dass er feucht bleibt. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA FSIS) empfiehlt, Reste innerhalb von 2 Stunden zu kühlen, innerhalb von 3 bis 4 Tagen zu essen und auf 74 °C zu erhitzen.

  • Kühlschrank: In meinem Test wurde der Seitan über die Tage etwas fester und zäher, und am vierten Tag schmeckte er salziger.
  • Gefrierschrank: Ich habe eine Portion von 150 g aus Runde 3 mit etwa 50 ml Brühe 7 Tage eingefroren, über Nacht im Kühlschrank aufgetaut und in der Pfanne erwärmt. Der Geschmack blieb gut, die Textur war etwas weicher und feuchter, und trocken getupft wurden die Scheiben gut braun. Länger als 7 Tage habe ich nicht getestet.
  • Aufwärmen: In einer abgedeckten Pfanne mit 15 bis 20 ml Brühe sanft erwärmen, dann den Deckel abnehmen und kurz anbraten, damit wieder eine Kruste entsteht.
Seitan-Scheiben in Brühe in einer Glasdose mit Deckel zum Aufbewahren im Kühlschrank

Was ich als Nächstes teste

  • 30 g gegen 15 g Kichererbsenmehl: Alles andere bleibt gleich, auch Knetzeit, Laibform und Temperatur. Ich vergleiche Schnittfläche, Festigkeit und wie zart die angebratenen Scheiben sind.
  • Backen im Ofen und Einwickeln in Folie: Beides steht noch auf meiner Liste. Wenn du eine Variante schon ausprobiert hast, schreib mir in die Kommentare, wie es geklappt hat.

Weiterkochen

Pinterest-Pin: Seitan selber machen, fest und saftig, 4 Portionen, vegan, sanft köcheln statt sprudeln

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Seitan selber machen


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  • Author: Abdellah EL ALAOUI
  • Total Time: 1 Stunde 50 Minuten
  • Yield: 1 Laib (ca. 590 g), 4 Portionen
  • Diet: Vegan

Description

Selbst gemachter Seitan aus Weizengluten, der fest und saftig wird statt schwammig: kurz kneten, 15 Minuten ruhen lassen und 55 Minuten bei 88 bis 92 °C sanft köcheln statt sprudelnd kochen. Ergibt einen schnittfesten Laib, der sich in Scheiben schneiden und goldbraun anbraten lässt.


Ingredients

Für den Teig:

  • 200 g Weizengluten (z. B. Seitan Fix)
  • 30 g Kichererbsenmehl
  • 15 g Hefeflocken
  • 4 g Knoblauchpulver
  • 4 g Zwiebelpulver
  • 3 g geräuchertes Paprikapulver
  • 1 g schwarzer Pfeffer, gemahlen
  • 4 g feines Salz
  • 1 g getrockneter Thymian
  • 220 ml Gemüsebrühe
  • 20 ml helle Sojasauce
  • 5 ml Apfelessig
  • 15 g Tomatenmark
  • 10 ml Olivenöl
  • Für die Kochbrühe:
  • 3 l Wasser
  • 30 g Gemüsebrühpulver
  • 40 ml helle Sojasauce
  • 100 g Zwiebel, halbiert
  • 10 g Knoblauch, leicht angedrückt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 g schwarze Pfefferkörner
  • 1 g getrockneter Thymian


Instructions

  1. Brühe ansetzen: Alle Zutaten für die Kochbrühe in einen großen Topf (5 l) geben und aufkochen. Dann die Hitze reduzieren, bis die Brühe bei 88 bis 92 °C nur noch sanft simmert.
  2. Trockene Zutaten mischen: Weizengluten, Kichererbsenmehl, Hefeflocken, Knoblauch- und Zwiebelpulver, Paprika, Pfeffer, Salz und Thymian vermischen.
  3. Flüssige Zutaten zugeben: Gemüsebrühe, Sojasauce, Apfelessig, Tomatenmark und Olivenöl verrühren und nach und nach unterrühren, bis kein trockenes Mehl mehr übrig ist.
  4. Kurz kneten: Etwa 3 Minuten von Hand kneten, bis eine zusammenhängende, elastische Masse entsteht. Nicht länger kneten.
  5. Ruhen lassen: Den Teig 15 Minuten unter einer umgedrehten Schüssel ruhen lassen, nicht im Kühlschrank.
  6. Formen: Den Teig zu einem Laib von etwa 18 × 7 × 5 cm drücken und falten, die Oberfläche glatt streichen.
  7. Sanft köcheln: Den Laib in die Brühe legen, sodass er bedeckt ist. Deckel halb auflegen und 55 Minuten bei 88 bis 92 °C köcheln lassen. Nach 30 Minuten einmal wenden. Die Brühe darf nicht sprudelnd kochen.
  8. Abkühlen lassen: Herd ausschalten und den Seitan 30 Minuten in der Brühe abkühlen lassen.
  9. Abtropfen: Den Laib herausheben und 5 Minuten auf einem Gitter abtropfen lassen.
  10. Schneiden: Vollständig abkühlen lassen und in Scheiben von 8 bis 10 mm schneiden.
  11. Anbraten (optional): Scheiben trocken tupfen und in 5 ml heißem Öl pro ca. 200 g bei mittelhoher Hitze 2 Minuten braten, wenden und weitere 1½ bis 2 Minuten braten.

Notes

Ein Küchenthermometer hilft sehr: Bei sprudelndem Kochen wurde der Seitan in meinen Tests schwammig mit großen Löchern.

Seitan besteht fast nur aus Weizengluten und ist bei Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit nicht geeignet.

Aufbewahren: In einem luftdichten Behälter mit etwas Kochbrühe im Kühlschrank, innerhalb von 3 bis 4 Tagen essen.

Die Brühe kannst du abseihen und als Basis für eine Sauce verwenden.

  • Prep Time: 20 Minuten
  • Cook Time: 55 Minuten
  • Category: Grundrezept
  • Method: Köcheln
  • Cuisine: Vegan

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